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In die Pedale treten oder nicht? – Meine Freude am Radfahren auf Borneo

Was als einfacher Plan begann, „im Hintergrund zu bleiben“, wurde zu einem 65 Kilometer langen Abenteuer durch die Regenwälder Sabahs – und zum Start einer lebenslangen Leidenschaft fürs Radfahren.

Geschrieben von Itisha Ismail

 

Soll ich in die Pedale treten oder lieber nicht? Anfang dieses Jahres wollte Simon einige Fahrradrouten in Sabah für Bike and Tours erkunden. Gerade erst von seiner eineinhalbjährigen Fahrradreise von der Schweiz bis nach Cape Agulhas zurückgekehrt, sagte ich ihm, dass ich ihn auf dieser Borneo-Reise begleiten würde – allerdings eher im Hintergrund. Das bedeutete: Während er fährt, sitze ich im Bus oder im gemieteten 4WD. Die Idee war, ihn nicht auszubremsen, während er sich durch den üppig grünen Regenwald Borneos bewegt. Zu diesem Zeitpunkt war ich seit über 10 Jahren nicht mehr Fahrrad gefahren!!! Das war also der ursprüngliche Plan, bevor wir von Kuala Lumpur nach Sabah flogen.

 
Bist du stark genug für dieses Fahrrad?

Erst als wir mit einem unserer Kontakte in Sabah sprachen, kam mir plötzlich die Idee: Vielleicht sollte ich auch mitfahren. Vielleicht schaffe ich das! Vielleicht fährt Simon voraus und wartet irgendwo auf mich, während ich aufhole! Vielleicht macht er sogar ein Foto, auf dem ich aussehe wie eine Profi-Radfahrerin, und schickt es an National Geographic! Warum eigentlich nicht? Das wäre doch cool. Die Vorstellung, 65 km an einem Tag zu fahren, schob ich erstmal beiseite. Wie ich das schaffen sollte, wusste ich noch nicht – aber darum würde ich mich kümmern, wenn es so weit ist.

Spulen wir vor: Mein Adrenalin stieg, als ich im Sattel saß, den Lenker festhielt und anfing zu treten. Ich war gut ausgerüstet – mit den richtigen Schuhen, gepolsterter Radhose, Energieriegeln, Wasser, isotonischen Getränken und Obst. Wir starteten in einem kleinen Dorf in Sukau. Ich testete begeistert die 27 Gänge meines Mountainbikes. Mein letztes Fahrrad war ein BMX – und das hatte definitiv keine Gangschaltung! Es dauerte nicht lange, bis ich verstand, wie ich die Gänge richtig einsetze. Manchmal fuhr ich allerdings wie ein Clown den Berg hinauf und kam kaum vorwärts, weil der Gang zu niedrig war! Weniger Kraft bedeutet also nicht automatisch schnelleres Vorankommen.

Der Anfang der Strecke war relativ einfach – flaches Gelände, kleine Dörfer, freundliche Wellen zu den Bewohnern, kurze Stopps, um die Geräusche des Dschungels zu hören, und erste Sichtungen von Affen, Waranen und Eisvögeln.

Bald kamen jedoch die ersten Anstiege. Dafür wurde man bei den Abfahrten mit einer erfrischenden Brise belohnt. Die Straße war ruhig, sodass wir die Natur in vollen Zügen genießen konnten. Doch mit der Zeit wurde es immer heißer, die Luftfeuchtigkeit machte es nicht leichter. Besonders an steilen Hügeln wurde es richtig anstrengend. Aber wie Simon immer sagt: „Auf jeden Anstieg folgt eine Abfahrt!“ – und genau so sah ich das auch. Bergab trat ich nicht mehr in die Pedale, bis das Fahrrad von selbst langsamer wurde.

Nach etwa drei Stunden taten mir die Arme weh, mein Rücken schmerzte und ich bekam leichte Kopfschmerzen – vermutlich wegen zu wenig Flüssigkeit. An manchen Stellen war ich so erschöpft, dass ich vom Fahrrad abstieg und es den Berg hinaufschob. Hey – ich bin auch nur ein Mensch! Und ich war ewig nicht mehr gefahren! Dann begann es zu regnen. Da wir aber nur begrenzt Zeit hatten, um unsere Unterkunft zu erreichen, fuhren wir einfach weiter.

Sechs Stunden nach dem Start und 65 km später erreichten wir schließlich Kampung Batu Puteh!!! Von dort ging es mit dem Boot weiter zum Eco Camp. Und plötzlich dachte ich: So schwer war das gar nicht.

Simon hat mich natürlich die ganze Zeit unterstützt und motiviert. Naja – um ehrlich zu sein: Auf den letzten 7 km war sein „Go Tisha go!!! You can do it!!!“ eher… nervig :) Ich war müde, verschwitzt, klebrig – und wollte einfach nur ankommen, duschen und mir die Haare waschen! Also sagte ich ihm, er solle bitte aufhören, mich anzufeuern, und einfach ruhig weiterfahren. Hahaha!!!

Jedenfalls habe ich durch diese Strecke von Sukau nach Kampung Batu Puteh gemerkt, dass ich mehr davon will. Mehr Radfahren. Mehr Herausforderung.

Also – fahren oder nicht fahren? Ganz klar: fahren. Es gibt einem ein Gefühl von Freiheit, Ruhe und Abenteuer, während man die Natur bewusst erlebt. Und es geht nicht nur um Fitness oder Ausdauer. Es geht um Motivation, Geist und Entschlossenheit. Kombiniert man all das, erreicht man sein Ziel.

Und genau deshalb werde ich künftig aktiv an der Entwicklung neuer Routen für Bike and Tours mitarbeiten. Unsere unterschiedlichen Perspektiven – Simons Tempo und meine Erfahrung – werden eine gute Balance für unsere Angebote schaffen.

Also: Kommt und radelt mit Bike and Tours auf Borneo!!!

Bereit für Ihr Abenteuer auf Borneo? Entdecken Sie Regenwälder, Flüsse und versteckte Pfade mit unseren ausgewählten Borneo-Touren – und erleben Sie Sabah & Sarawak aus der Perspektive der Einheimischen.

Story by: Itisha Ismail (Bike and Tours / HAK’s World)

Photography by: Simon Werren (Bike and Tours / HAK’s World)

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About the Author

Itisha Ismail is the co-founder of HAK’s World Travel & Hospitality Group in Lahad Datu, Sabah. A passionate storyteller and culinary host at Hawa’s Artisan Kitchen, she connects guests with Borneo through meaningful travel, local food, and community-based experiences. Photography throughout this story by Simon Werren, co-founder of HAK’s World and creative lead behind its visual storytelling.