
Laksa Johor für Amy und Jim – ein kulinarisches Erlebnis
Als wir Jim und Amy fragten, ob sie nach ihrer Rückkehr aus dem malerischen Danum Valley bei uns zu Abend essen möchten, sagten beide sofort zu. Amy lächelte und meinte: „Vielleicht etwas aus der malaiischen Küche?“ – während Jim uns gleich daran erinnerte, dass Amy nicht besonders scharf essen kann. Lächelnd antworteten Simon und ich: „Klar, kein Problem.“ Doch innerlich war ich etwas nervös – denn viele malaiische Gerichte, die ich liebe, sind nun mal scharf. Simon hingegen hat sich inzwischen perfekt daran gewöhnt und kann Sambal manchmal sogar besser vertragen als ich.
Die Anfrage von Amy und Jim war also eine kleine Herausforderung. Zuerst dachte ich daran, das köstliche Zimt-Hähnchen meiner verstorbenen Mutter zuzubereiten – ein Gericht, das wunderbar zu Reis passt. Doch ich war mir sicher, dass sie im Borneo Rainforest Lodge bereits genug Reisgerichte gegessen hatten.
Also wandte ich mich an meine gute Freundin Ezreen Anuwar – eine der wenigen Personen, die ich kenne, die ebenfalls kein scharfes Essen mag. Ich fragte sie nach Ideen. Lustigerweise erzählte sie mir, dass sie zwar „pedas“ (scharfes Essen) meidet, aber Curry liebt! Sie schlug Kurma vor – mild und aromatisch. Eine gute Idee, aber ich hatte das Gefühl, dass dieses Gericht eher indisch beeinflusst ist. Außerdem hatten wir Amy und Jim bereits einige Tage zuvor Banana Leaf Rice mit verschiedenen Currys serviert.
Dann kam Ezreen mit der Idee von Roti Jala – und ich war begeistert! Roti Jala bedeutet wörtlich „Netzbrot“. Mit einer speziellen Kelle wird ein feines Muster in die Pfanne gegossen. Traditionell wird es mit Curry serviert. Doch nach ein paar Versuchen merkte ich schnell: Dieses scheinbar einfache Gericht ist echte Kunst – und braucht Zeit und Geduld.
Also dachte ich zurück an meine Kindheit. Immer wenn ich Ezreen und ihre Schwestern besuchte, bereitete ihre Mutter entweder Spaghetti Bolognese oder ein klassisches malaiisches Lieblingsgericht zu – Laksa Johor! Genau das war die Inspiration.
Laksa Johor ist ein echtes Wohlfühlgericht – beliebt bei Erwachsenen wie Kindern. Man kann es scharf genießen, mit Sambal Belacan (Chili mit fermentierter Garnelenpaste und Limette), oder mild – ganz ohne Schärfe.
Am Samstagabend war alles bereit. Ich hoffte, dass Amy und Jim genug Reis im Danum Valley gegessen hatten, sodass Laksa Johor eine willkommene Abwechslung sein würde. Wir erklärten ihnen, dass das Gericht aus dem südmalaysischen Bundesstaat Johor stammt – eine spannende Mischung aus Kulturen und Aromen. Ehrlich gesagt war es ein kleines Risiko: Entweder sie würden es lieben – oder eben nicht.
In den letzten Jahren haben wir viele Reisende kennengelernt. Nicht jeder gewöhnt sich sofort an lokale Küche. Oft bevorzugen westliche Gäste einfache Gerichte wie gebratenen Fisch oder cremige Saucen statt klarer, ingwerbasierter Suppen.
Laksa Johor besteht aus einer reichhaltigen Kokos-Fisch-Curry-Sauce, die großzügig über Spaghetti gegossen wird – ja, tatsächlich Spaghetti! Und das ist keine moderne Fusion-Idee, sondern hat Tradition.
Bei unseren Recherchen stießen wir auf eine faszinierende Geschichte, die auch von Malaysias bekanntem Chef Wan erzählt wird:
„Laksa Johor wird seit der Zeit von Sultan Abu Bakar im späten 19. Jahrhundert mit der königlichen Familie von Johor in Verbindung gebracht.
Es heißt, dass Sultan Abu Bakar auf einer Reise nach Italien Spaghetti Bolognese probierte. Nach seiner Rückkehr bat er seinen Hofkoch, das Gericht mit lokalen Zutaten und Fischsauce neu zu interpretieren. So entstand Laksa Johor – ein königliches Gericht, das bis heute bei besonderen Anlässen serviert wird.“
(Überliefert von Chef Wan und malaysischen Kulinarik-Historikern.)
Wer hätte gedacht, dass „Fusion Cuisine“ schon damals existierte?
Unser Laksa Johor wurde an diesem Abend mit Sojasprossen, Bohnen, Kalamansi, pochierten Garnelen (unsere eigene Ergänzung), Basilikum, vietnamesischem Koriander (Daun Kesum), Gurken, eingelegtem Rettich und Sambal Belacan serviert – etwas mehr für Jim, ganz ohne für Amy.
Das Fazit? Beide liebten unser Laksa Johor. Auf die Frage, ob wir es künftig Gästen anbieten sollten, kam sofort die Antwort: „Absolut!“
Und so hat Laksa Johor offiziell seinen Platz im Menü von HAK’s Farm-to-Table (ehemals Bike and Tours B&B) gefunden.
Selamat menjamu selera – Bon Appétit.